Orale Antikoagulantien: Was Sie täglich überprüfen sollten
Sprechen wir Klartext. Die Einnahme eines oralen Antikoagulans verändert einige Routinen, bedeutet aber nicht, in Angst zu leben.
Was orale Antikoagulantien sind und warum sie nicht alle gleich gehandhabt werden
Orale Antikoagulantien sind Medikamente, die helfen, Gerinnsel zu verhindern oder zu behandeln. Sie werden beispielsweise bei tiefer Venenthrombose, Lungenembolie oder bestimmten Situationen von Vorhofflimmern eingesetzt; im Falle von Warfarin können sie auch bei Personen mit mechanischen Herzklappen verwendet werden.
Innerhalb dieser Gruppe gibt es zwei Hauptfamilien. Auf der einen Seite stehen die Vitamin-K-Antagonisten wie Acenocoumarol oder Warfarin. Auf der anderen Seite die DOACs (direkte orale Antikoagulantien) wie Apixaban, Rivaroxaban, Dabigatran und Edoxaban.
Was Sie tagtäglich überprüfen sollten
Die erste Überprüfung ist die grundlegendste: ob Sie es genau wie verschrieben einnehmen.
Die zweite ist, ob irgendwelche Anzeichen von Blutungen aufgetreten sind. Man muss nicht bei jedem kleinen Bluterguss alarmiert sein, aber es ist wichtig, auf Blut im Urin, schwarzen oder blutigen Stuhl, anhaltendes Nasenbluten, Bluterbrechen, Bluthusten, ungewöhnliche Blutergüsse oder viel stärkere Perioden als gewöhnlich zu achten.
Die dritte ist zu überprüfen, ob sich etwas an der Behandlung geändert hat: neue Medikamente, Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Nahrungsergänzungsmittel, pflanzliche Heilmittel oder Alkohol.
Die vierte ist sehr praktisch: Wenn Ihnen eine Zahnextraktion, eine Endoskopie, eine Operation oder eine invasive Untersuchung bevorsteht, ist es nicht ratsam, ohne vorherige Mitteilung, dass Sie ein Antikoagulans einnehmen, dort aufzutauchen.
Und eine fünfte Überprüfung, die manchmal übersehen wird: Führen Sie immer einen Ausweis mit sich, der besagt, dass Sie eine Antikoagulationstherapie erhalten.
Was sich je nach Art des eingenommenen Antikoagulans ändert
Wenn Sie ein DOAC einnehmen, wie Apixaban, Rivaroxaban, Dabigatran oder Edoxaban
Bei diesen Behandlungen ist eine routinemäßige Gerinnungsüberwachung nach INR-Art in der Regel nicht erforderlich, was aber nicht bedeutet, dass es keine Nachsorge gibt.
Wenn Sie Acenocoumarol oder Warfarin einnehmen
Hier hat der Alltag eine andere Nuance. Bei Warfarin sind regelmäßige INR-Kontrollen erforderlich, da sich die Dosis je nach Ergebnis ändern kann.
Was tun, wenn Sie eine Dosis vergessen haben oder etwas Ungewöhnliches bemerken
Hier ist kein Platz für Improvisation. Die Anweisungen variieren je nach Medikament. Bei Apixaban sollten Sie, wenn Sie eine Dosis vergessen haben, diese einnehmen, sobald Sie sich daran erinnern, und dann mit Ihrem üblichen Zeitplan fortfahren. Bei Warfarin sollten Sie, wenn Sie sich erst am nächsten Tag daran erinnern, die vergessene Dosis auslassen und nicht zwei Dosen nehmen, um sie auszugleichen.
Wenn Sie nicht eine vergessene Dosis, sondern ein neues Symptom bemerken – zum Beispiel anhaltende Blutungen, Atembeschwerden, Brustschmerzen, ausgeprägte Schwäche, starke Schwindelanfälle oder neurologische Symptome – befinden wir uns nicht mehr im Bereich „Mal sehen, ob es von selbst verschwindet“. Dort ist es ratsam, sich unverzüglich untersuchen zu lassen.
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